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Die Umdeutung der Akkorde

  1. Akkorde in verschiedenen Musiktheorien
  2. Häufig verwendete Umdeutungen

Umdeutungen und unterschiedliche Musiktheorien

Durch das weitere hinzufügen von Terzen oder sogar harmoniefremder Töne (d.h. Töne die nicht zur Tonart gehören) entstehen immer komplexere Akkorde, die dann auch noch mehrdeutig werden.

Beispiel 1:

a-Moll 7 besteht aus den Tönen :
Grundton: a kleine Terz: c Quinte: e Septime: g

C-Dur 6 besteht aus den Tönen:
Grundton: c kleine Terz: e Quinte: g Sexte: a

Das heißt a-Moll 7 und C-Dur 6 bestehen aus den gleichen Tönen und man kann nicht unterscheiden ob es sich um ein a-Moll 7 oder C-Dur 6 -Akkord handelt.

Dies kann man sich jedoch zu Nutzen machen. Angenommen man spielt die Akkorde im Quintenzirkel:
...A - D - G - C - F ...usw.

Anstatt nun den ganzen Quintenzirkel mit allen 12 Akkorden durchzuspielen, kann man C-Dur 6 in a-Moll 7 umdeuten und nach C-Dur 6 anstatt mit F, mit D weiterspielen.

Man spielt also nur die Folge:
D - G - C6   oder   D - G - a7

Weil der C6-Akkord der Gleiche wie ein a7 ist, und nach A im Quintenzirkel wieder D folgt bildet die Akkordfolge oben wieder einen Kreislauf im Quintenzirkel.

Möchte man Septimen benutzen spielt man dann die Folge:
D7 - Gj7 - C6

Diese Akkordfolge steht dann in der Tonart G-Dur. Was eine Tonart ist wird später noch behandelt werden.

Beispiel 2:

C-Major 7 (Cj7) besteht aus den Tönen :
Grundton: c große Terz: e Quinte: g Septime: h

e-Moll 13- besteht aus den Tönen:
Grundton: e kleine Terz: g Quinte: h kleine Sexte: c

Übung

Entwerfen Sie einen Kreislauf im Quintenzirkel von dem Akkord G-Dur ausgehend und deuten Sie Cj7 in e13- um. Spielen Sie diesen Kreislauf auf Ihren Instrumenten durch.

Akkorde in den verschiedenen Musiktheorien


Dieses Bild zeigt die Symmetrie der Wiederholung durch im Kreis angeordnete Notenlinien. Symmetrie der Wiederholung

In der klassischen Musik und der Popmusik kommen meist nur Akkorde, welche zu einer bestimmten Tonart gehôren vor. Z.B.:
C-Dur a-Moll d-Moll G-Dur7 C-Dur → Tonart: C-Dur

Die Umdeutungstheorie betrachtet keine Tonalitäten (Tonarten). Hier ist es egal ob Dur, Moll, Verminderte oder Übermäßige Akkorde gespielt werden. Hauptsache die Grundtöne der Akkordfolge bilden eine Folge im Quintenzirkel abwärts, (C → F → B ...) oder werden an entsprechender Stelle umgedeutet.
C-Dur6 = a-Moll7 - D-Dur - g-Moll - C-Dur → Tonart: existiert nicht oder:
c-Vermindert = a-Vermindert - d-Moll - g-Moll - c-Moll → Tonart: existiert nicht

Beim Blues und Jazz sind alle Akkorde und Töne gleichberechtigt, und können dann gebracht werden wenn sie in das Gesamtkonzept fallen. Hier werden mehrdeutige Akkorde gerne verwendet.

Die mathematische Musiktheorie und serielle Technik betrachten oft nur Motive, Themen und Melodien mit ihren Symmetrien. Werden mehrere davon gleichzeitig gespielt, ergeben sich nebenbei zwangsläufig, die Akkorde. Und so kann es sein, dass auch die abartigsten Akkorde sich gut anhören. Das Ohr entscheidet.

Übersicht häufig verwendeter Umdeutungen

Diese Übersicht zeigt, wie man durch die Umdeutung von Akkorden auf kürzestmöglichem Weg, von einem Akkord zu fast jedem beliebigen anderen Akkord gelangen kann. Die nachfolgenden Beispiele können selbstverständlich alle transponiert werden. Der Quintfall braucht nicht umgedeutet zu werden, da er sowieso die grundlegendste Fortschreitungsbewegung in der Musik ist.

Halbton - Umdeutung

Quintfall + Umdeutung → Halbton
C → f° = h°

Ganzton - Umdeutung

Ganzton = zwei Halbtöne = zwei Quinten

Quintfall + Umdeutung → Ganzton

kleine Terz - Umdeutung

große Terz - Umdeutung

Quint/Quart - Umdeutung

Tritonus - Umdeutung



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