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Die verschiedenen Tonarten und Tonleiter

  1. Dur-Tonarten
  2. Moll-Tonarten (natürlich)
  3. Moll-Tonarten (harmonisch)
  4. Moll-Tonarten (melodisch)

Die Dur-Tonart und die verschiedenen Moll-Tonarten

Ausgehend von einem beliebigen Grundton, kann man die Töne der entsprechenden Tonart durch ein Schema gewinnen.

Dur-Tonart

Grundton + Ganzton + Ganzton + Halbton + Ganzton + Ganzton + Ganzton (+ Halbton)

C - cis/des - d - dis/es - e - f - fis/ges - g - gis/as - a - ais/b - h ergibt :
c - d - e - f - g - a - h → (C-Dur-Tonleiter)

Fügt man zu dem letzten Ton (hier h) nochmal einen Halbton hinzu, kommt man wieder auf den Grundton zurück. Die Töne e und h, welche nur einen Halbtonschritt zum nächsthöheren Ton der Tonleiter aufweisen, nennt man Leittöne der entsprechenden Tonart.

Da der Grundton c ist, gehören die sieben Töne oben alle zur C-Dur-Tonart. Diese Tonfolge wird auch die C-Dur-Tonleiter genannt. Eine Melodie eines Musikstückes in der Tonart C-Dur enthält meist nur Töne der C-Dur-Tonleiter.

Auf jedem dieser Töne kann man nun einen Dreiklang aufbauen, der nur die Töne der C-Dur-Tonart enthält, ergibt sich:
C-Dur - d-Moll - e-Moll - F-Dur - G-Dur - a-Moll - h-Vermindert

Diese Akkorde nennt man auch die Stufen der Dur-Tonart. So steht in jeder Dur-Tonart auf der ersten, vierten und fünften Stufe ein Dur-Akkord, auf der zweiten, dritten und sechsten Stufe ein Moll-Akkord und auf der siebten ein Verminderter Akkord. Die Stufen werden in römischen Zahlen angegeben. Solange man sich bewußt ist, dass man in einer Dur-Tonart ist, kann man auch schreiben:
I - II m - III m - V - V - VI m - VII m5-

Baut man nun auf jedem Ton der C-Dur Tonleiter einen Vierklang auf, welcher nur die Töne der C-Dur-Tonart enthält, erhält man die folgenden Septim-Akkorde:
C j7 - d 7 - e 7 - F j7 - G 7 - a 7 - h 5-/7

Auf der ersten und vierten Stufe steht ein Dur Akkord mit großer Septime, auf der fünften ein Dur Akkord mit kleiner Septime (Dominant-Septimen-Akkord). Auf den Stufen II, III und VI stehen Moll-Akkorde mit kleiner Septime und auf der siebten Stufe ein Verminderter Akkord mit kleiner Septime.

Da dieses Schema in jeder Dur-Tonart gleich ist kann man auch schreiben:
I j7 - II m7 - III m7 - IV j7 - V 7 - VI m7 - VII m5-/7

Moll-Tonart (natürlich)

Grundton + Ganzton + Halbton + Ganzton + Ganzton + Halbton + Ganzton (+ Ganzton)

c - cis/des - d - dis/es - e - f - fis/ges - g - gis/as - a - ais/b - h ergibt:
c - d - dis/es - f - g - gis/as - ais/b → (c-Moll-Tonleiter)

Mit a als Grundton ergibt sich dann die a-Moll-Tonleiter:

a - ais/b - h - c - cis/des - d - dis/es - e - f - fis/ges - g - gis/as ergibt:
a - h - c - d - e - f - g → (a-Moll-Tonleiter)

Zu jeder Dur-Tonart gibt es eine Moll-Tonart welche die gleichen Töne hat. Diese Tonart nennt man Moll-Parallele zur entsprechenden Dur-Tonart. Sie steht immer auf der sechsten Stufe der Dur-Tonart. So ist dann die a-Moll-Tonart die parallele Moll-Tonart zu der C-Dur-Tonart.

Auf jedem dieser Töne kann man wieder einen Dreiklang aufbauen, der nur die Töne der a-Moll-Tonart enthält, dann ergibt sich die folgenden Akkorde:
a-Moll - h-Vermindert - C-Dur - d-Moll - e-Moll - F-Dur - G-Dur

Die Akkorde der a-Moll Tonart sind die gleichen wie die der C-Dur Tonart, nur von einer anderen Stufe aus betrachtet. Nun steht nicht mehr C-Dur auf der ersten Stufe der Moll-Tonart, sondern a-Moll. Analog verhält es sich mit den Vierklängen und man erhält die folgenden Septim-Akkorde:
a 7 - h 5-/7 - C j7 - d 7 - e 7 - F j7 - G 7

Da dieses Schema in jeder Moll-Tonart gleich ist, und solange man sich bewußt ist, dass man in einer Moll-Tonart befindet, kann man wiederum schreiben:
I m7 - II m5-/7 - III j7 - IV m7 - V m7 - VI j7 - VII 7

Es gibt aber nicht nur eine Moll-Tonart, sondern gleich drei Verschiedene. Jedoch lassen sich die beiden noch zu besprechenden Moll-Tonarten leicht aus der zuvor dargestellten Moll-Tonart ableiten.

Moll-Tonart (harmonisch)

In dieser Moll-Tonart werden die meisten Moll-Stücke geschrieben. Sie kann aus der natürlichen Molltonart abgeleitet werden, indem ihre siebte Stufe einen Halbton erhöht wird.

Sie kann aber auch aus dem folgenden Schema direkt erzeugt werden:

Grundton + Ganzton + Halbton + Ganzton + Ganzton + Halbton + kl. Terz (+ Halbton)

a - ais/b - h - c - cis/des - d - dis/es - e - f - fis/ges - g - gis/as ergibt dann:
a - h - c - d - e - f - gis/as → (a-Moll-harmonisch)

Die Dreiklänge, die auf dieser Tonart aufgebaut sind lauten dann:
a Moll - h vermindert - C übermäßig - d Moll - E Dur - F Dur - gis/as vermindert

I - IIm 5- - III 5+ - IVm - V - VI - VIIm 5-

a - h 5- - C 5+ - d - E - F - gis/as 5-

Die Vierklänge, die auf dieser Tonart aufgebaut sind lauten dann:
a Moll j7 - h verm.7 - C übermäßig j7 - d Moll 7 - E Dur7 - F Dur j7 - gis/as verm.7-

Im j7 - IIm 5-/7 - III 5+/j7 - IV m7 - V 7 - VI j7 - VII m5-/7-

a j7 - h 5-/7 - C 5+/j7 - d 7 - E 7 - F j7 - gis/as 5-/ 7-

Moll-Tonart (melodisch)

In dieser Moll-Tonart werden Stücke geschrieben, in denen die Melodie besonders wichtig ist. In Moll-harmonisch ist der Abstand zwischen der VI und VII Stufe, eine kleine Terz. (Man sagt aber lieber übermäßige Sekunde dazu, weil man Tonleiter in Sekundenabständen einteilt. Terzen sind dem Akkordaufbau vorbehalten.) Diese übermäßige Sekunde ist aber ein "unsangliches Intervall", d.h. Sänger und Sängerinnen hatten damit regelmäßig Probleme. Deshalb wurde die melodische-Moll-Tonart erfunden, in der dieses Intervall nicht mehr vorkommt.

Die melodische Molltonleiter gibt es in zwei Versionen. Eine dafür wenn die Melodie aufwärts geht, und die andere wenn die Melodie abwärts führt. Die Abwärtsversion entspricht genau der natürlichen-Molltonleiter. Die Aufwärtsversion kann durch nachfolgendes Schema erzeugt werden:

Grundton + Ganzton + Halbton + Ganzton + Ganzton + Ganzton + Ganzton (+ Halbton)

a - ais/b - h - c - cis/des - d - dis/es - e - f - fis/ges - g - gis/as ergibt dann:
a - h - c - d - e - fis/ges - gis/as → (a-Moll-melodisch-aufwärts)

Die Dreiklänge, die auf dieser Tonart aufgebaut sind lauten dann:
a Moll - h Moll - C übermäßig - D Dur - E Dur - fis/ges vermindert - gis/as vermindert

Im - IIm - III 5+ - IV - V - VIm - VIIm 5-

a - h - C 5+ - D - E - fis/ges 5- - gis/as 5-

Die Vierklänge, die auf dieser Tonart aufgebaut sind sind dann:
a Moll j7 - h Moll.7 - C überm. j7 - D Dur 7 - E Dur7 - fis/ges verm.j7 - gis/as verm.7-

Im j7 - IIm7 - III 5+/j7 - IV 7 - V 7 - VI m5-/j7 - VII m5-/7-

a j7 - h 7 - C 5+/j7 - D 7 - E 7 - fis/ges 5-/j7 - gis/as 5-/ 7-

Bemerkung:

Es gibt Dur und Moll -Akkorde, aber auch Dur und Moll-Tonarten (Tonleiter). Dies muß aus dem Zusammenhang klar werden und darf nicht verwechselt werden. So besteht C-Dur als Akkord aus den Tönen c, e, und g. In C-Dur als Tonart liegen hingegen die Töne der C-Dur Tonleiter: c, d , e , f, g, a ,h. Das heißt, wenn man von C-Dur oder c-Moll spricht, sollte man wissen ob damit ein Akkord oder eine Tonart gemeint ist.



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